Gerüste fallen an Wallwitzburg Original-Artikel als Bild zum anschauen

Aufbauarbeiten mit Fördergeldern - Aussichtsplattform noch im Dezember begehbar

Mitteldeutsche Zeitung, von Annette Gens, 13.11.06, Seite 5.

Dessau/MZ. Auf die Aussicht von der Wallwitzburg in Richtung Roßlau oder Kornhaus ist selbst Kirsten Lott gespannt. Nicht einmal die Sachgebietsleiterin für Freiraum- und Grünplanung beim städtischen Hochbauamt, die die Aufbauarbeiten an der Wallwitzburg beruflich intensiv verfolgte, hatte bis jetzt Gelegenheit, vom Turm aus einen Blick über Mulde und Elbe einzufangen. Bisher, so Lott, blieb die Aussicht von der zehn Meter hohen frisch aufgemauerten Plattform auf den Wallwitzbergen den Bauarbeitern vorbehalten.

In der letzten Woche sind die Gerüste an der Wallwitzburg gefallen. Die nach 1780 als Abschluss des nördlichsten Teils des Georgengartens als Burg errichtete Aussichtsplattform ist von Juli bis Oktober neu aufgebaut worden. Sie erhielt aus Kostengründen nicht wieder vollends ihre ursprüngliche Form: Die Arbeiten an der Burg sollten soweit erfolgen, dass an wichtiger Stelle des Gartens wieder ein begehbarer Aussichtspunkt zu finden ist, von dem man weiträumige Garteneinsichten erhält, erklärten Lott und Dessaus amtierender Baudezernent Bernd Tschada das Anliegen der Baumaßnahme. Statt des ursprünglichen Treppenturmes erreicht der Besucher die mit Zinnen aufgemauerte Aussichtsplattform künftig über eine zehn Meter hohe Spindeltreppe.

Generationen kannten die Wallwitzburg nur von Bildern oder in Form ihrer Überreste, die über Jahrzehnte gesichert worden waren. Noch in diesem Jahr sollen Dessauer und deren Gäste die mit Fördermitteln zur Erschließung touristischer Infrastruktur errichtete Burg erklimmen und markante Eindrücke von der Elblandschaft erhaschen können. Zugänglich soll die Aussichtsplattform voraussichtlich ab 15. Dezember sein.

Bis dahin müssen die Mitarbeiter des Ziebigker Galabau-Betriebes dafür sorgen, dass man die Anhöhe, auf der die Burg steht, wieder sicheren Fußes erreichen kann. Dazu müssen Stufen in den Berg getrieben werden. Auch die Stufen der neu errichteten Spindeltreppe sollen bis zum Eröffnungstermin einen rutschfesten Belag erhalten.

Möglich wurde der Wiederaufbau der Wallwitzburg mit Hilfe von Fördergeldern aus der Gemeinschaftsaufgabe zur "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur". 90 Prozent aller Kosten sind gefördert worden. Im Fall der Wallwitzburg sind dies weit mehr als 100 000 Euro.

Mit Abschluss der Baumaßnahme wird der Georgengarten wesentlich attraktiver sein. "Dies werden Dessauer und Touristen zu honorieren wissen", ist Kirsten Lott überzeugt, dass dieser Teil des Georgengartens künftig mehr besucht werden wird. Durch eine Vielzahl von Maßnahmen und vor allem mit Hilfe von Fördergeldern konnte der Georgengarten samt Beckerbruch und Streitheger in weiten Teilen wieder so hergestellt werden, wie er historisch angelegt worden war. Es gäbe noch viel zu tun, weiß Kirsten Lott. "Wir haben aber auch schon viele Räume belebt, die früher geschlossen und gesichtslos waren", erinnert sie u. a. an Baumfällungen größeren Ausmaßes. Nicht zuletzt dadurch konnten Sichtbeziehungen wieder hergestellt werden. Sämtliche Arbeiten in dem 60 Hektar großen Gelände haben sich gelohnt. "Ich wünsche mir jetzt", so Lott, "dass die Kontinuität in der Pflege beibehalten werden kann."

«Die Wallwitzburg ist eine Perle des Georgengartens», schreibt MZ-Leser H. Richter und sandte ein erstes Foto von der rekonstruierten Aussichtsplattform. Noch im Dezember sollen die gesamten Bauarbeiten an den Wallwitzbergen beendet werden.