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Aussichtsplattform Wallwitzburg: Rund 100 Gäste kommen spontan zur Eröffnung

Mitteldeutsche Zeitung, von Annette Gens, 16.12.06, Seite 9.
-Kurzfristig hatte die Stadtverwaltung zur Eröffnung der Wallwitzburg eingeladen. Dessauer wie Roßlauer waren am Freitagnachmittag gekommen und stiegen gern die 44 Treppenstufen bis zur Aussichtsplattform hinauf. Immerhin erwartete jeden, der dies tat, ein Blick über die wunderschöne Elbe-Landschaft. -
Dessau/MZ. Über die Sanierung der Aussichtsplattform Wallwitzburg wurde am Freitag unter Besuchern in Superlativen geredet. Nicht nur Ziebigker waren zum Eröffnungsfest der Stadtverwaltung gekommen. Sogar die Nachbarn jenseits der Elbe verbinden mit der Burg ein Erlebnis: Am Fuße der Ruine trafen sich die Kinder bereits vor 50, 60 Jahren zum Rodeln.
Erinnerungen wurden wach, Reden gehalten. Festliche Stimmung kam auf, als Mitglieder des Dessauer Posaunenchores von der Plattform der Burg aus ihre Grüße den Wallwitzberg hinunter zu den Gästen schmetterten, die der Männergesangsverein Mildensee am Fuße der sanierten Burg u. a. mit einem "Ännchen von Tharau" erwiderte.
Lange vor dem Festakt ließen sich etliche Dutzend Gäste - Dessauer wie Roßlauer - vom höchsten Punkt des Wallwitzberges frische Luft um die Nase wehen. Alle genossen die Aussicht auf Roßlau oder Rodleben, vor allem aber die auf die Elbe. Unmittelbar vor dem Fest kehrten Mitarbeiter des Galabaubetriebes am Fuße der Wallwitzberge noch
Wege und erledigten letzte Arbeiten an der Anlage. Niemanden störte das wirklich. Die Aufmerksamkeit galt ausschließlich dem sanierten Kleinod des Georgengartens.
Lob hörte man aus vielerlei Festreden: Dass der Georgengarten zu den 40 schönsten Deutschlands gehöre, daran erinnerte Dessaus amtierender Baudezernent Bernd Tschada. Er sagte auch, dass bis zum Frühjahr 2007 in die Sanierung des Parks zwei Millionen Euro investiert sein werden.
Harald Kleinschmidt vom Landesamt für Denkmalpflege lobte nicht nur handwerkliche Leistungen der Bauarbeiter. "Es liegt jetzt an den Dessauern", so Kleinschmidt weiter, "den Bau der Wallwitzburg über Spenden zu Ende zu bringen." Dies sei durchaus möglich.
Rund 100 000 Euro wurden seit Juli in den Wiederaufbau der Wallwitzburg investiert. Entstanden ist dafür ein schöner Aussichtspunkt, aber nicht die komplette Anlage, wie sie vor 1800 im nördlichen Teil des Georgengartens errichtet worden war. Für den historischen Wiederaufbau der Wallwitzburg setzt sich ein gleichnamiger Verein ein. Deren Mitglieder laden Anfang Januar zu einem Bildervortrag ins Kornhaus.