|Die Wallwitzburg kurz nach dem Wiederaufbau. Im Sommer ist das Gebäude nicht so gut zu sehen, denn die Bäume verdecken den Blick darauf.| Dessau/MZ. Ob die Elbe am Sonnabend kurz vor Mitternacht passend zum Hörspiel einige Nebelschwaden die Wallwitzburg hinauf schickt, bleibt abzuwarten. Doch die Anlage auf dem Wallwitzberg direkt über dem bekannten Strom Mitteldeutschlands taugt im Dunkeln allemal als schön-schaurige Kulisse für besondere Hörspektakel.
Am Sonnabend eröffnet der Wallwitzburgverein seinen ersten Hörspielsommer. Gruselig geht es fortan bis in den September hinein an den Wochenenden im hinteren Teil des Georgengartens zu. "Jack the Ripper" kommt, auch Erzählungen von Edgar Allan Poe, dem Meister der Horrorgeschichten, werden zu hören sein.
Zum Auftakt wird an spektakuläre Morde an der Themse im Jahre 1888 erinnert. Der Täter: Jack, the Ripper (der Aufschlitzer). Die Opfer: fünf Prostituierte, die der Täter ermordete und danach bis auf eine Ausnahme verstümmelte. Der Täter wurde niemals gefasst. Bis heute wird über seine wahre Identität spekuliert.
Die Idee für einen Hörspielsommer hatten sich Mitglieder des Dessauer Wallwitzburgvereins in Berlin abgeschaut. Jetzt hoffen die Akteure um Vereinsvorsitzenden Martin Förster, dass das Projekt auch an der Wallwitzburg gut angenommen wird.
|Programm| Hörspiele bis zum September
Gleich mit zwei Veranstaltungen beginnt morgen der Hörspielsommer auf der Wallwitzburg: Um 15 Uhr wird zu Kaffee und Kuchen die Geschichte "Blackout" von Frank Gustavus zu hören sein. Die Besucher lernen den Schauspieler Paul Spense kennen, der sich nach einem Unfall im Jahr 2001 plötzlich im berlin des Jahres 1941 wiederfindet. Dort gerät er in die Hände der gestapo. 22 Uhr kommt morgen "Jack the Ripper" - Massenmörder von London, der nie ermitelt werden konnte, an die Elbe.
Weitere Geschichten des Hörspielsommers erinnern an den brillanten amerikanischen Schriftsteller Edgar Allan Poe, dem Begründer des Genres der Kriminalliteratur: 11. August, 21.30 Uhr: "Die Grube und das Pendel"; 18. August: 21Uhr: "Die schwarze Katze"; 1. September, 20.30 Uhr: "Untergang des Hauses Usher"; 8. September, 20 Uhr: "Die Maske des roten Todes"
Kartem zum Preis von 4 Euro in der Buchhandlung 7 Säulen, Puschkinallee und bei Elektro-Peters, Kavalierstr. 65. Abendkasse 5 Euro. Dauerkarte 15 Euro (Abendkasse 16 Euro).
Mit dieser Sommeraktion möchte der Verein die im 19. Jahrhundert errichtete Burg als Teil des Georgengartens mehr in den Blickpunkt der Dessau-Roßlauer rücken und nicht zuletzt weitere Spenden für die Sanierung der Burganlage in ihrer ursprünglichen Form einwerben. Wenn dies auch schwierig wird, räumte der junge Vereinsvorsitzende knappe Kalkulationen für die Veranstaltungsreihe ein, um Besucher zu locken. Mit dem Eintrittsgeld sind in erster Linie GEMA-Forderungen zu begleichen. Inbegriffen sei im Kartenpreis auch ein kleiner Imbiss. Getränke - Alkoholfreies wie alkoholisches - wird gegen eine kleine Spende ausgeschänkt werden.
Der Platz für die einzelnen Hörspielabende ist nicht unbegrenzt. Rund 80 Gäste finden auf dem Plateau der Wallwitzburg Platz. Für Sitzgelegenheiten ist gesorgt. Auch wird die im vergangenen Jahr mit Hilfe von Fördermitteln teilsanierte Burg für die Veranstaltungen hergerichtet: Fackeln oder Lichteffekte sollen für eine ganz besondere Stimmung sorgen.
"Wir beginnen mit unseren Hörspielen immer mit Einbruch der Dunkelheit", sagte Martin Förster. Selbst eine Schlechtwettervariante ist eingeplant. "Niemand muss Angst haben, dass Karten verfallen." Sollte es regnen, gibt es nur wenige Gehminuten von der Wallwitzburg entfernt einen überdachten Ausweichstandort, der ausgewiesen ist.
Mit seinen Aktionen, u.a. einem Lichterfest letzten Dezember, hat der Wallwitzburgverein bisher mehr als 2 000 Euro sammeln können. Das Geld soll in die Sanierung einer Sandsteinvase investiert werden, die möglichst noch in diesem Jahr am Fuße der Wallwitzburg wieder aufgestellt werden soll.
Für den Hörspielsommer verlost die MZ drei Mal zwei Freikarten für einen Abend auf der Wallwitzburg. Gefragt ist, in welchem Stadtteil von London Jack the Ripper sein Unwesen trieb? Antworten nimmt die Redaktion Freitag zwischen 14 und 14.15 Uhr entgegen (Tel.: 03 40 / 51 89 01 20). Die Namen der Gewinner werden am Sonnabend veröffentlicht.
Jack wütete im East End Original-Artikel als bald Bild zum anschauen
Karten Hörspielsommer
Mitteldeutsche Zeitung, Anhalt-Kurier, 28.07.07, Seite 12.
Dessau/MZ. Zwei Freikarten für den Hörspielsommer an der Wallwitzburg erwischte MZ-Leserin Brunhilde Jahn. Sie wusste, dass Jack, the Ripper in Londons East End sein Unwesen trieb. Die Karten für eine Veranstaltung freier Wahl liegen an der Abendkasse bereit.